100 Schwalben 2016




100 Schwalben fliegen aus!

Die Künstlerin und Designerin Birigt Weinstabl installiert 100 Porzellanschwalben am tschechisch- österreichischen Weg des 20. Jahrhunderts.

Im Frühling schwärmen an der tschechisch-österreichischen Grenze 100 Schwalben aus Porzellan aus, um an die gemeinsame Geschichte zweier Nachbarländer zu erinnern. Hinter der Ak%on steckt die Waldviertler Künstlerin und Designerin Birgit Weinstabl. Am 22. Mai 2016 wird das Projekt in der Gemeine Reingers im Waldviertel erö0net.

Seit Jahrhunderten ist die Region zwischen dem Waldviertel und Südböhmen von vielen Gemeinsamkeiten geprägt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde zum Beispiel ein gemeinsamer Dialekt gesprochen. Tiefgreifende Einschni7e in der Zeitgeschichte trennten mehrmals die beiden Länder Österreich und Tschechien. Dabei ging ein Stück der gemeinsamen Kultur und Iden%tät verloren.

Birgit Weinstabl ru: in ihrer Installa%on das Vergessene wieder zurück ins Gedächtnis und rückt das Verbindende beider Länder in den Vordergrund. Jede ihrer hundert, handgefer%gten Porzellanschwalben ist mit einem Wort in drei Sprachen versehen: dem damals gesprochenen, regionalen Dialekt, Tschechisch und Deutsch. So bedeutet etwa „hornudle“ auf Deutsch „Haarnadeln“ und auf Tschechisch „vlásničky“, „lajntúch“ ist das Wort für „Leintuch“ bzw. „prostěradlo“.

Die Schwalben legt Birgit Weinstabl als Symbole für Freiheit, Frieden und Glück entlang des grenzüberschreitenden „Wegs des 20. Jahrhunderts“ aus. Das ist ein ca. 30 Kilomenter langer Wanderweg, der die historische Entwicklung der Region darstellt und 2007 aus einer Ini%a%ve der Gemeinden Reingers und Nová Bystřice entstand. Ab 22. Mai können WanderInnen und RadfahrerInnen die in der Natur ausgelegten Pozellanschwalben Gnden und mit nach Hause nehmen. Wie in früheren Zeiten sollen die verschiedensprachigen Wörter Wegbegleiter sein und ein beidsei%ges Verständnis ermöglichen.

Birigt Weinstabl (*1983) aus Klein Pertolz im Waldivertel studierte Malerei und prozessorien%erte Umgangsformen an der Wiener Kunstschule. Der Werksto0 Porzellan ist ihr bevorzugtes Material. Sie ist bekannt für ihre Kuns%nstalla%onen mit Porzellanobjekten, die in der Natur ausgelegt werden und zur Berührung oder sogar zum Mitnehmen einladen (z.B. das 100-Zahnräder-Projekt beim Viertelfes%val NÖ oder das Projekt „Gewichte“ im Garten des Belvederes). Seit mehreren Jahren entwir: und gestaltet Birgit Weinstabl einzigar%gen Schmuck aus Porzellan. 2016 gründete sie ihr Label penelop*. www.birgitweinstabl.at